Ausbildung zur Pflegefachfrau/zum Pflegefachmann

Berufsfachschule für Pflege und Altenpflegehilfe Nürnberg

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29.09.2021

Projekt will Pflegeberufe ins Bewusstsein von Schüler*innen rücken

Fünf Partner gründen in Feucht das Netzwerk care4future

Feucht – Altenpfleger*in gehört nicht zu den beliebtesten Berufswünschen von jungen Leuten. Ganz im Gegenteil – für viele Jugendliche ist das Arbeitsfeld Pflege weit weg. Viele kommen erst als Erwachsene in Kontakt mit Pflegeeinrichtungen und -angeboten. Dann, wenn sie selbst für ihre Eltern oder Großeltern nach Unterstützung suchen. Das Projekt care4future will das ändern und Pflegeberufe ins Bewusstsein der Schüler*innen rücken. Daher haben sich in Feucht fünf Partner zusammengeschlossen und ein Bildungsprogramm für Schüler*innen entwickelt.

Zum Feuchter Netzwerk care4future gehört die Rummelsberger Diakonie, die Zentrale Diakoniestation im Dekanat Altdorf, die Berufsfachschule für Pflege und Altenpflegehilfe Nürnberg sowie die Mittelschule Feucht und die Staatliche Realschule Feucht. Bei der Auftaktveranstaltung zum Projekt haben die Netzwerkpartner eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Für die Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste ist care4future eine Möglichkeit, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Für die Schulen stellt das Projekt eine Ergänzung in der Berufsorientierung dar. „Ich finde das Projekt sehr gewinnbringend für die Schülerinnen und Schüler“, sagte Martina Mönius-Toro von der Mittelschule Feucht.

Die Schüler*innen konnten sich bei Auftaktveranstaltungen an den beiden Schulen über das Projekt und Pflegeberufe informieren. Die Netzwerkpartner hatten verschiedene Aktionen und Informationen vorbereitet. So konnten die Jugendlichen durch einen Rollstuhlparcours fahren und sich gegenseitig Blutdruckmessen. Die Schüler*innen konnten selbst erfahren, wie es sich anfühlt, wenn nicht mehr alle Sinne wie gewohnt funktionieren, zum Beispiel durch spezielle Handschuhe oder Brillen.

„Ich war noch nie in einem Altenheim, alles heute war neu für mich“, sagte die Schülerin Magdalini Luka. Auch Celina Klaper hatte bis auf Tanzauftritte an Fasching in einem Pflegeheim bisher kaum Berührungspunkte mit diesem Berufsfeld. „Ich kann es mir vorstellen“, sagte die Neuntklässlerin nach der Auftaktveranstaltung an der Realschule Feucht. Doch als aktuellen Berufswunsch nannte sie „Fotografin“.

Das Projekt care4future ist nun im laufenden Schuljahr als AG verankert. Interessierte Schüler*innen der 9. Klassen der Realschule sowie Schüler*innen der 8. Klassen der Mittelschule können daran teilnehmen. Dann besuchen sie zum Beispiel das Seniorenzentrum Gottfried Seiler der Rummelsberger Diakonie und erfahren etwas über Demenz oder lernen die Wohnform „Betreutes Wohnen“ im Seniorenzentrum am Zeidlerschloss der Zentralen Diakoniestation im Dekanat Altdorf kennen. In der Berufsfachschule für Pflege und Altenpflegehilfe Nürnberg sehen und erleben die Jugendlichen, wie Pflegepuppen im Unterricht eingesetzt werden, um auch in der Schule ganz praktisch arbeiten zu können.

Gefördert wird das Projekt mit 25.000 Euro vom Bildungsfonds Nürnberger Land. Bernd Hölzel, Leiter der Kreisentwicklung am Landratsamt Nürnberger Land, überbrachte Grüße von Landrat Armin Kroder. „Ich hoffe, dass es Ihnen gelingt, Menschen zu fischen“, so Hölzel.

Auch Oliver Siegl, Zweiter Bürgermeister Feucht, unterstrich die Bedeutung des Projekts. „Es ist wichtig, das die Jugend an die Thematik herangeführt wird“, so Siegl. Auch er selbst hatte den ersten Kontakt zu Pflegeeinrichtungen und Diensten erst, als seine Großeltern nicht mehr ohne Hilfe in ihrer eigenen Wohnung leben konnten.


Von: Claudia Kestler

Bei der Auftaktveranstaltung zu care4future bekamen die Schüler*innen Einblicke in Pflegeberufe. Florian Fiedler (von links), Magdalini Luka und Celina Klaper von der Realschule Feucht hatten bisher keine Berührungspunkte zur Altenpflege. Foto: Claudia Kestler

Wie ist es, in einem Rollstuhl zu sitzen und einen Rollstuhl zu schieben? Das probierten die Schüler*innen an der Mittelschule Feucht aus. Foto: Martina Mönius-Toro

Die Netzwerkpartner von care4future (von links): Diakon Werner Schmidt, Verbundleiter Altenhilfeverbund Rummelsberg; Peter Fischer, Geschäftsführer Zentrale Diakoniestation im Dekanat Altdorf; Claudia Schmidt-Heck, stellv. Schulleitung Berufsfachschule für Pflege und Altenpflegehilfe Nürnberg; Martina Mönius-Toro, Schulleiterin Mittelschule Feucht; Christian Schütz, Schulleiter Staatliche Realschule Feucht. Foto: Claudia Kestler